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Müdigkeit in den Wechseljahren

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Warum du plötzlich nicht mehr aus den Gängen kommst

Du warst dein Leben lang die Erste, die wach war und jetzt schaffst du es nicht mal mehr, dich am Wochenende freiwillig aus dem Bett zu quälen? Willkommen im Club. Müdigkeit in den Wechseljahren ist kein Charakterfehler, keine Faulheit und schon gar kein Zeichen, dass mit dir „etwas nicht stimmt“, sie hat handfeste Gründe, und die schauen wir uns jetzt gemeinsam an.

Wenn aus der Frühaufsteherin eine Couch-Potato wird

Vielleicht kennst du das: Sechs Uhr aufstehen war für dich nie eine Qual, sondern einfach dein Rhythmus, Wochenende hin oder her. Und dann, irgendwann, schleicht sich von einem Tag auf den anderen dieses bleierne Gefühl ein. Du bist wach, aber nicht wirklich da. Der Kopf sagt „los geht’s“, der Körper sagt „vergiss es“. Und weil es ausgerechnet dann passiert, wenn die Blätter fallen, schiebt man es gern aufs Wetter. Nur ist es an manchen Tagen noch dreißig Grad im Schatten. Der Herbst kann also nicht die ganze Wahrheit sein. Was hier tatsächlich mitspielt, hat mehr mit deinem Inneren zu tun als mit dem Kalender.

Eisenmangel – der Klassiker, den kaum jemand abklären lässt

Solange du noch deine Regelblutung hast, ist Eisenmangel einer der häufigsten und am seltensten abgeklärten Gründe für anhaltende Erschöpfung. Der Körper verliert Monat für Monat Eisen, und wenn die Zufuhr nicht mithält, sinken zuerst die Speicher (Ferritin), lange bevor überhaupt ein „richtiger“ Mangel im großen Blutbild sichtbar wird. Genau das ist die Falle: Viele Frauen bekommen ein unauffälliges Blutbild und hören trotzdem „ist eh alles im Rahmen“, während der Ferritin-Wert im Keller ist. Wer sich bleiern müde fühlt, blass wirkt, kalte Hände hat oder sich schneller außer Atem fühlt als früher, sollte gezielt den Ferritin-Wert beim Arzt oder der Ärztin einfordern, nicht nur das Standard-Blutbild.

Warum Hormone überhaupt müde machen können

Östrogen und Progesteron sind keine reinen „Fruchtbarkeitshormone“. Sie mischen im ganzen Körper mit, auch dort, wo man es nicht vermuten würde. Progesteron zum Beispiel hat eine beruhigende, schlaffördernde Wirkung auf das Nervensystem: Es dockt an dieselben Rezeptoren an, die auch bei Beruhigungsmitteln eine Rolle spielen, und sorgen normalerweise dafür, dass du abends „runterkommst“ und durchschläfst. Sinkt der Progesteronspiegel in den Wechseljahren, fehlt genau dieser Dämpfer. Die Folge sind unruhigerer, leichterer Schlaf und häufigeres Aufwachen, auch wenn du objektiv genug Stunden im Bett liegst. Östrogen wiederum beeinflusst, wie dein Körper Serotonin und andere Botenstoffe verarbeitet, die für Stimmung, Antrieb und einen stabilen Tag-Nacht-Rhythmus mitverantwortlich sind. Schwankt der Östrogenspiegel stark, was in der Perimenopause die Regel ist, gerät auch dieser Rhythmus ins Wanken. Das Ergebnis: Du schläfst schlechter, auch wenn du genug schläfst, und wachst entsprechend erschöpft auf, statt erholt.

Was Vitamin D und B12 mit deiner Energie zu tun haben

Vitamin D wirkt im Körper eigentlich eher wie ein Hormon als wie ein klassisches Vitamin. Es ist an der Regulation des Immunsystems beteiligt, an der Muskelfunktion und offenbar auch an der Steuerung von Botenstoffen, die Antrieb und Stimmung beeinflussen. Ist der Speicher niedrig, berichten viele Menschen von genau dem diffusen „bleiernen“ Gefühl, das schwer zu greifen ist, nicht richtig krank, aber auch nicht wirklich fit. Vitamin B12 wiederum ist direkt an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt, die den Sauerstoff durch deinen Körper transportieren, und wird für die Funktion der Nervenzellen gebraucht. Ist zu wenig B12 vorhanden, bekommen Zellen und Gewebe schlicht schlechter Sauerstoff und Energie nachgeliefert. Das äußert sich unter anderem in Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und manchmal auch Kribbeln in Händen oder Füßen. Beide Werte lassen sich unkompliziert über eine Blutabnahme feststellen, und gerade bei veganer oder stark pflanzenbetonter Ernährung lohnt sich ein regelmäßiger, jährlicher Check, nicht aus Sorge, sondern aus guter Selbstfürsorge.

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