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Meine Heldinnenreise 2026 – vom Zweifel zur staatlich zertifizierten Lebens- und Sozialberaterin

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Meine Heldinnenreise 2026

Manche Entwicklungen beginnen nicht mit einem Plan, sondern mit einer Möglichkeit. Als ich erfuhr, dass die Wirtschaftskammer Österreich die Chance eröffnet, meine Ausbildung auf EQR-/NQR-Niveau 6, also auf Bachelor-Niveau, anheben zu lassen, war da zuerst kein klares „Ja“. Eher ein Innehalten. Und die leise Frage: Schaffe ich das überhaupt?

Der Ruf – und die Entscheidung, ihn ernst zu nehmen

Die Voraussetzung war klar: eine Befähigungsprüfung inklusive Exposé mit Forschungsfrage und Auswertung. Ein Bereich, mit dem ich bisher keine Berührung hatte.

Ich bin 51 Jahre alt. Ich arbeite 27 Stunden im Kinderschutzzentrum. Ich bin selbstständig tätig. Mein Alltag ist gefüllt. Und trotzdem habe ich mich angemeldet.

Nicht, weil es leicht war, sondern weil etwas in mir gespürt hat, dass es stimmig ist.

Die Hindernisse – und was sie sichtbar gemacht haben

Diese Zeit war fordernd. Viele Nächte, wenig Schlaf, ein Kopf, der manchmal einfach nicht mehr aufnehmen wollte.

Der Wechsel hat mir zusätzliche Grenzen gezeigt: Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwankungen, die nicht planbar sind. Dazu kamen leise Selbstzweifel, diese alte Frage: Bin ich gut genug dafür?

Es wäre einfach gewesen, an diesen Punkten auszusteigen. Und ehrlich gesagt, der Gedanke war da.

Aber genau hier beginnt oft die eigentliche Bewegung.

Die Helfer – und die Kraft, die daraus entsteht

Was mich getragen hat, waren nicht nur Disziplin oder Durchhaltevermögen. Es waren Menschen.

Mein Sohn, der selbst seinen Weg gegangen ist, neben dem Beruf die Abendschule abgeschlossen hat, wurde in dieser Zeit zu meiner stärksten Stütze. Er hat mit mir gelernt, meine Präsentation unzählige Male angehört, mich erinnert, warum ich begonnen habe.

Mein Partner hat mir Raum gegeben. Keine zusätzlichen Erwartungen, kein Druck. Einfach Ruhe.

Und dann waren da meine eigenen Ressourcen: der Wald, in dem ich wieder atmen konnte. Breathwork. Kleine Momente von Rückzug. Auch Ablenkung durch Veranstaltungen, durch Begegnungen, durch Bewegung.

Nicht alles davon war „produktiv“, aber alles war notwendig.

Die Schwelle – und der Schritt darüber

Am Freitag war es so weit. Die Prüfung bei der WIFI Österreich.

Ich war nervös. Sehr.

Mein Sohn hat mich hingebracht. Allein das war schon ein Zeichen. Ich musste diesen Weg nicht alleine gehen.

Und dann bin ich hineingegangen.

Ich habe präsentiert. Verteidigt. Geantwortet.

Und bestanden.

Heute bin ich staatlich zertifizierte Lebens- und Sozialberaterin auf EQR-/NQR-Niveau 6.

Was bleibt – jenseits des Abschlusses

Dieser Weg war mehr als eine Qualifikation. Er war eine Erinnerung.

Dass Entwicklung nicht an ein Alter gebunden ist.
Dass Zweifel nicht das Ende sind, sondern oft ein Übergang.
Und dass wir manchmal mehr tragen können, als wir uns selbst zutrauen, wenn wir verbunden bleiben.

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